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Cannabis-Studie: Erfolgreiche Strategien zur Selbstregulation

2020-01-27 10:32:00
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Quelle: Stadt Bern

Um den Konsum von Cannabis zu begrenzen, wendet eine grosse Mehrheit von Cannabis-Konsumierenden erfolgreich Strategien zur Selbstregulation an, wie die Stadt Bern meldet.

Dies zeigen die Ergebnisse einer Studie, die vom Institut für Psychologie der Universität Bern im Auftrag der Direktion für Bildung, Soziales und Sport (BSS) durchgeführt wurde. An der Fragenbogenstudie haben sich insgesamt 1060 Personen beteiligt.Der Cannabis-Konsum sei in der Schweiz weit verbreitet – rund ein Drittel der Bevölkerung habe schon einmal im Leben Cannabis konsumiert.

Der überwiegende Teil konsumiert ohne negative gesundheitliche und soziale Probleme. Wie gelingt diesen Menschen der selbstverantwortliche Umgang mit Cannabis? Um diese Frage zu beantworten, führte das Institut für Psychologie unter der Studienleitung von Professor Doktor Hansjörg Znoj eine Fragenbogenstudie durch.

Dazu wurden rund 6000 zufällig ausgewählte Haushalte in der Stadt Bern angeschrieben – 762 Personen haben den Fragebogen vollständig ausgefüllt (Rücklaufquote: 12,7 Prozent). Zudem haben etwa 300 interessierte Personen an der Studie teilgenommen, welche über andere Medien auf die Studie aufmerksam wurden.Wie die Studie zeigt, setzt eine grosse Mehrheit der befragten Konsumierenden zur Begrenzung ihres Konsums Strategien zur Selbstregulation ein.

Sie tun dies unabhängig von Geschlecht, Alter und Ausbildung und setzen dabei auf eine Vielzahl von Strategien, wie beispielsweise das Vermeiden des Konsums vor wichtigen Aufgaben, vor der Arbeit, der Schule oder dem Autofahren. Und sie tun dies mit Erfolg: Wer häufiger Strategien zur Selbstregulation anwendet, konsumiert insgesamt seltener, geringere Mengen und mit weniger Anzeichen von Abhängigkeiten.

Zudem scheint der Gesundheitszustand derjenigen Konsumierenden besser zu sein, die Strategien zur Selbstregulation einsetzen: Häufiger Einsatz von Strategien zur Selbstregulation geht im Durchschnitt mit einer besseren subjektiven Gesundheit einher.Für Studienleiter Professor Doktor Hansjörg Znoj vom Institut für Psychologie der Universität Bern sei klar: «Diese Zusammenhänge, die wir mit der Studie nachweisen können, seien stark und es lasse sich gestützt darauf festhalten, dass die protektiven Verhaltensstrategien ein effektives Instrument sind, um den Konsum selbstverantwortlich zu regulieren.»Befragt wurden die Teilnehmenden auch zu ihrer persönlichen Einstellung zum gesellschaftlichen Umgang mit Cannabis. Wenig sinnvoll erachten sowohl Konsumierende als auch Nicht-Konsumierende die aktuelle Politik mit einem generellen Verbot der Substanz.

Die Zustimmungswerte betragen tiefe 1.3 Punkte (auf einer Skala von 1 bis 4). Ähnlich tiefe Zustimmungswerte ergeben sich für die völlige Freigabe des Konsums (1.8 Punkte).

Vielmehr befürworten die Befragten gezielte regulatorische Massnahmen wie den Verkauf von Cannabis über Spezialgeschäfte mit geschultem Personal (3.3 Punkte), Werbeverbote (3.4 Punkte) oder eine strikte Altersbegrenzung (3.5 Punkte).Sozialdirektorin Teuscher sagt: «Wir müssen die Verbotspolitik beenden und unseren Fokus auf diejenigen Menschen legen, die einen problematischen Umgang mit Cannabis an den Tag legen. Ihnen sollten wir mit Beratung, Präventions- und Unterstützungsangeboten zur Seite stehen.

Diese Risikogruppe erreichen wir besser, wenn wir Cannabis kontrolliert verkaufen dürfen.» Sie sei zuversichtlich, dass das neue eidgenössische Parlament den Weg für die kontrollierte Abgabe von Cannabis zu Genusszwecken im Rahmen von Forschungsstudien ebnet, so dass die Universität Bern mit der Stadt Bern den Pilotversuch starten kann..

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