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Bernische Gemeinden - Gute Entwicklung der Finanzlage bei den Berner Gemeinden

2020-04-02 06:32:00
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Quelle: Kanton Bern

Gemäss den Zahlen der Jahresrechnungen 2018 entwickeln sich die Gemeinden im Kanton Bern finanziell gut, wie der Kanton Bern ausführt.

Das lasse sich aus den 347 Gemeinderechnungen schliessen. Zum zweiten Mal in Folge verfügen alle Gemeinden über einen Bilanzüberschuss und damit ein finanzielles Polster im Eigenkapital.

Auch die Ergebnisse der Jahresrechnungen weisen erneut ein Plus auf, und zwar in Höhe von 126 Franken je Einwohner bzw. Einwohnerin.Der Kanton Bern erhebt jedes Jahr statistische Daten zur Finanzlage der Gemeinden, welche das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) in einem Bericht analysiert und kommentiert.

Damit werde das Datenmaterial der Gemeinden transparent und vergleichbar. Die Auswertung mit umfassendem Bericht dient den Gemeinden für die eigene Einordnung und zum Vergleich untereinander.

Sie zeigt die Wirksamkeit der Finanzaufsicht des Kantons Bern im Bereich Gemeindefinanzen, die unter anderem auf dem internen Früherkennungssystem basiert. Der Regierungsrat nahm diesen Bericht und die Zahlen 2018 mit Befriedigung zur Kenntnis.Es gibt im gesamten Kanton Bern erneut keine Gemeinde mit einem Bilanzfehlbetrag.

Das sei seit der Datenerhebung im 1994 zum zweiten Mal in Folge der Fall. Die Eigenkapitalbasis sei um 6,4 Prozent gestärkt worden und der eigentliche Kern des Eigenkapitals, der Bilanzüberschuss, wächst sogar um 7,5 Prozent.Die Erfolgsrechnungen weisen in über drei Viertel der Gemeinden einen Ertragsüberschuss aus.

Nur jede vierte Gemeinde schreibt rote Zahlen. Hochgerechnet über alle Gemeinden beträgt der Überschuss 130 Millionen Franken oder 126 Franken je Einwohner bzw.

Einwohnerin. Damit werde das bereits gute Vorjahresergebnis von 88 Franken je Einwohner/-in um 38 Franken übertroffen.

Dieses positive Resultat im 2018 sei vor allem in höheren Steuererträgen der natürlichen Personen begründet, die dank der konjunkturellen Hochphase um 64 Millionen Franken ansteigen.Der Fiskalertrag nimmt insgesamt um 70 Millionen Franken zu. Dies sei die grösste Einnahmequelle der Gemeinden und belaufe sich auf 2‘831 Franken je Einwohner/-in.

Diese Zunahme sei aber nicht auf höhere Steueranlagen zurück zu führen. Denn nur 13 Gemeinden erhöhen sie, während 12 Gemeinden sie senken.

Im Total gleichen sich diese Anpassungen fast aus. Damit bleibt auch die mittlere Steueranlage unverändert bei 1,74.Der grösste Aufwandposten sei die Soziale Sicherheit mit einem Betrag von 1‘722 Franken je Einwohner/-in.

Gegenüber dem Vorjahr werden die Gemeinden in diesem Aufgabenbereich mehr belastet. Der zweitgrösste Aufwandposten liegt im Bereich Bildung mit 1`046 Franken pro Person.

Auch hier nehmen die Beträge gegenüber dem Vorjahr zu.Die Nettoinvestitionen liegen 47 Millionen Franken unter dem Vorjahreswert. Im 2018 betragen sie durchschnittlich je Einwohner oder Einwohnerin 560 Franken.

Die Berner Gemeinden investieren zurückhaltend. Unter anderem trägt dies zum guten Abschluss bei, weil die Abschreibungen damit tief bleiben.Die Durchschnittswerte (Median) der harmonisierten Finanzkennzahlen erreichen im 2018 tendenziell bessere Werte als im Vorjahr.

Der Selbstfinanzierungsgrad steigt klar an und liegt mit 113,4 Prozent auf einem sehr guten Niveau. Er zeigt, wieviel Mittel der Gemeinde zur Verfügung stehen, um Investitionen zu tätigen oder Schulden abzubauen.

Ebenfalls gestiegen sei der Selbstfinanzierungsanteil, er kommt jedoch mit einem Wert von 11,4 Prozent nicht aus dem mittleren Bereich heraus. Der Zinsbelastungsanteil von -0,1 Prozent bedeutet eine tiefe Belastung für die Gemeinden: So waren in mehr als der Hälfte der Berner Gemeinden die Vermögenserträge höher als die Schuldzinsen.

Ebenfalls tief sei die mittlere Belastung der Gemeinden durch Kapitalkosten: Der Kapitaldienstanteil liegt weiterhin bei 4,8 Prozent.Der Bericht zeigt unter anderem auch die Wirkung des kantonalen Finanzausgleichs und die Massnahmen für besonders belastete Gemeinden im Vergleich zum ordentlichen Steuerertrag. 9 von 10 Gemeinden beziehen im 2018 Leistungen aus dem Finanzausgleich.

Wobei der mittlere Nettozufluss von 15,5 Prozent den tiefsten Stand erreicht seit der FILAG-Revision im Jahr 2012.Nicht in allen Verwaltungskreisen sei die finanzielle Situation gleich. Es gibt einige klare Unterschiede.Der Bilanzüberschuss sei seit Jahren in den Verwaltungskreisen Oberaargau und im Berner Jura besonders hoch.

Im 2018 trifft dies auch auf die Gemeinden im Verwaltungskreis Obersimmental-Saanen zu. Das höchste Nettovermögen weist aber nach wie vor der Verwaltungskreis Oberaargau aus.Ausgeprägt zeigt sich seit Jahren, dass die Investitionstätigkeit im Berner Oberland besonders hoch ist.

Im 2018 trifft dies auf alle drei Verwaltungskreise Obersimmental-Saanen, Frutigen-Niedersimmental und Interlaken-Oberhasli zu.Der Selbstfinanzierungsanteil fällt ebenfalls in diesen drei Verwaltungskreisen im Berner Oberland etwas höher aus als im Resten des Kantons. Erfreulich sei im 2018, dass in sämtlichen Verwaltungskreisen der mittlere Selbstfinanzierungsgrad bei mindestens 100 Prozent liegt.Die Zinsbelastung sei generell tief, im Verwaltungskreis Oberaargau sei sie jedoch besonders tief, im Verwaltungskreis Obersimmental-Saanen sei sie relativ hoch.

Genauso verhält es sich mit dem Kapitaldienstanteil und dem Bruttoverschuldungsanteil.Besonders wenig Nettozufluss aus dem Finanzausgleich erhalten die Gemeinden im Verwaltungskreis Biel/Bienne. Viel Nettozufluss je Steuerertrag erhalten die Gemeinden im Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental.Im interkantonalen Vergleich lasse sich festhalten, dass die Gemeinden im Kanton Bern mittelmässig rangieren, ein wenig besser immerhin als im Vorjahr.

Bei drei Finanzkennzahlen erreichen sie relativ gute Werte, bei einer Kennzahl liegen sie im Mittelfeld und bei weiteren drei Kennzahlen nehmen sie einen vergleichsweise tiefen Rang im unteren Drittel ein. Allerdings seien Gemeindevergleiche zwischen den Kantonen mit HRM1 und HRM2 heikel; das neue Rechnungslegungsmodell sei schweizweit noch nicht flächendeckend eingeführt.Mit diesem Bericht Gemeindefinanzen endet die Ausgabe in Papierform respektive als pdf-Datei.

Zukünftig erscheint der Bericht ausschliesslich in digitaler Form mit informativen Visualisierungen und interaktiven Funktionen..

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