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Coronavirus - Kanton setzt Bundesratsentscheide um: Schulen schliessen, Versammlungsverbot ab 100 Personen

2020-04-17 07:32:09
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Der Regierungsrat hat sich am Nachmittag zu einer ausserordentlichen Sitzung getroffen und die Lage nach den heutigen Bundesratsentscheiden erörtert, wie www.rr.be.ch schreibt.

Der Kanton Bern setzt die Vorgaben sofort um mit dem Ziel, die Ausbreitung des Coranavirus einzudämmen: Ab sofort werden im Kanton die Schulen auf allen Bildungsebenen geschlossen und es gilt ein Versammlungsverbot ab 100 Personen. In Bars, Restaurants und Diskotheken dürfen sich maximal 50 Personen aufhalten.

Zusätzlich seien im Kanton Bern ab sofort Besuche in Altersheimen und Spitälern (mit Ausnahmen) verboten.Der Bundesrat habe heute Nachmittag dringliche Massnahmen beschlossen, um das Coronavirus einzudämmen. Die «besondere Lage» werde dadurch noch weiter spür- und sichtbar: Schweizweit dürfen keine Anlässe mit mehr als hundert Personen mehr durchgeführt werden.

Ab Montag werden gemäss Bundesratsentscheid die Schulen auf allen Bildungsebenen geschlossen. «Unser Alltag werde sich in den kommenden Wochen in grossen Schritten vom Gewohnten entfernen», sagte Regierungspräsident Christoph Ammann heute an einem Point de presse in Bern.

«Wir müssen zu einander auf Distanz gehen, aber gleichzeitig solidarisch zusammenstehen, um die Pandemie möglichst gut zu bewältigen.»Das bedeutet, dass auch im Kanton Bern ab sofort und bis Ende April keine Veranstaltungen mehr mit über 100 Personen durchgeführt werden. Die Kantone dürfen Ausnahmen gewähren, wenn ein überwiegendes öffentliches Interesse besteht.

Der Kanton Bern werde jedoch keine solchen Ausnahmebewilligungen erteilen. In Bars, Restaurants und Discotheken dürfen sich maximal 50 Personen aufhalten.Zusätzlich schliessen ab sofort und bis am 4. April im Kanton Bern die Schulen auf allen Bildungsniveaus.

Dieses Datum fällt in den meisten Fällen auf den Ferienbeginn. Es sei ihr ein grosses Anliegen, dass das Unterrichtsangebot aber dennoch aufrechterhalten werden könne, sagte Bildungsdirektorin Christine Häsler.

Die Schulleitungen und Lehrpersonen organisieren mit Arbeitsaufträgen per Post und per Mail den Fernunterricht. Es sei aber auch absolut klar, dass unter den gegebenen Umständen kein Unterricht nach Lehrplan oder gar nach Stundenplan umgesetzt werden könne.

Bildungsdirektorin Christine Häsler stellte in Aussicht, dass der Kanton Betreuungsmöglichkeiten organisieren werde, wenn keine solchen zuhause bestehen. Es gelte aber, den Kontakt zu den Grosseltern zu meiden und weitere durch das Coronavirus besonders gefährdete Personen zu schützen.Das Coronavirus verbreitet sich auch im Kanton Bern rasch.

Heute waren es 67 bestätigte Fälle und 9 wahrscheinliche. Oberstes Ziel sei es, die Geschwindigkeit der Ausbreitung des Virus zu begrenzen, sagte Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg am Point de presse.

Dies sei wichtig, damit das Gesundheitswesen nicht von der Anzahl Fälle, die gleichzeitig zu behandeln sind, überfordert werde. «Ausserordentliche Massnahmen seien notwendig.» Der Kanton will sicherstellen, dass die älteren und geschwächten Menschen in Spitälern, Altersheimen und zuhause konsequent geschützt werden und die notwendige Hilfe erhalten.

Aus diesem Grund seien im Kanton Bern ab sofort Besuche in Spitälern verboten, ausser bei der Hospitalisation von Kindern, Gebärenden und Sterbenden. Altersheime müssen Besuche ebenfalls verbieten, mit Ausnahme von Besuchen bei Sterbenden.Die Wirtschaft sei auch im Kanton Bern von der Corona-Pandemie betroffen.

Dies vor allem im Tourismus, in der Hotellerie und Gastronomie sowie in der Veranstaltungsbranche. Im Kanton Bern seien bis am Donnerstagabend, 12. März insgesamt 283 Gesuche für Kurzarbeitsentschädigung mit der Begründung Coronavirus eingegangen.

Betroffen seien 4144 Mitarbeitende. 70 Gesuche um Kurzarbeit mit der Begründung Coronavirus wurden bereits bewilligt.

Der Bundesrat habe die Anwendung der Kurzarbeit in kurzer Zeit auf die derzeitige Situation angepasst: Die Anmeldefristen wurden verkürzt, Formulare eingeschränkt, die Anwendung ausgeweitet. Die kantonale Wirtschaftsdirektion klärt derzeit mit Hochdruck, welche unterstützenden Massnahmen der Kanton für die Wirtschaft ergreifen kann.

Der Regierungsrat werde diese an seiner nächsten Sitzung von kommendem Mittwoch beraten.Im Kanton Bern werden die Orientierungstage für Stellungspflichtige ab Montag, 16. März 2020 bis und mit mindestens 8. Mai 2020 ausgesetzt. Alle zu einem Orientierungstag bereits mit Marschbefehl aufgebotenen jungen Männer werden schriftlich über die Absage der Veranstaltung informiert und zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufgeboten.

Stellungspflichtige, die ihre Rekrutenschule bereits im Sommer 2020 oder im Winter 2021 absolvieren möchten, seien gebeten, mit dem Kreiskommando des Kantons Bern Kontakt aufzunehmen: +41 31 636 13 72 oder orientierungstag.bern@be.ch.Für die Bevölkerung stellen sich durch die neusten Entscheide des Bundesrates andere Fragen als bisher. Deshalb richtet der Kanton seine Hotline, die bisher Fragen zu Veranstaltungen beantwortete, neu aus: Wer die Nummer +0800 634 634 wählt, bekommt Beratung auf allgemeine Fragen rund um die Corona-Situation im Kanton Bern.

Für medizinische Auskünfte steht die Hotline des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zur Verfügung: +41 58 463 00 00..

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