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Regional

Stadtpräsident Alec von Graffenried zum 1. August

2020-08-01 09:05:04
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Quelle: Stadt Bern

Um es vorweg zu nehmen: Als Stadtpräsident bin ich ausgesprochen dankbar, wie gut die Schweiz und die Stadt Bern bisher dieses schwierige 2020 gemeistert haben! Wie ein Team sind wir zusammengestanden, unter der umsichtigen Führung des Bundesrates, mit dem gemeinsamen Ziel vor Augen, die Corona-Situation unter Kontrolle zu bringen, wie die Stadt Bern ausführt.

Ich bin überzeugt, es sei diese Solidarität untereinander, kombiniert mit viel Eigenverantwortung, die unser Land ausmacht.Miteinander und füreinander: Unter diesem Motto feiern wir den heutigen Tag. Miteinander und füreinander in der Stadt, aber auch in der Region, im ganzen Land und über unsere Grenzen hinaus.Corona habe uns symbolhaft gezeigt, dass eine Pandemie wie jedes Problem nur gemeinsam bekämpft werden kann, nur, wenn wir alle zusammen, jeder und jede Einzelne ihren Teil zum Gelingen beitragen.

Nur, wenn wir alle Abstand halten; nur, wenn wir alle die Hände waschen; nur, wenn möglichst alle die SwissCovid App installieren und nur, wenn wir alle eine Maske im ÖV tragen, seien wir als Gemeinschaft in der Pandemie erfolgreich.Eine Person allein könne gar nichts ausrichten. Das Handeln einer Person alleine sei zwecklos.

Umgekehrt seien die Anstrengungen der grossen Mehrheit ebenso nutzlos, wenn Einzelne nicht mitmachen.Genauso sei es bei der Bekämpfung des Klimawandels, einer anderen grossen Herausforderung unserer heutigen Zeit. Auch hier gilt: es braucht die Anstrengungen von uns allen.

Natürlich sei der Beitrag von uns Einzelnen auf das grosse Ganze verschwindend klein. Aber nur, wenn wir alle zusammen mitmachen, jede und jeder Einzelne, können wir die weltweiten Ziele erreichen.Es sei eben wie im Sport! Es braucht immer das ganze Team um eine Meisterschaft zu gewinnen.

Es braucht den Topskorer ebenso wie den Ersatztorhüter, es müssen aber auch alle im Hintergrund am gleichen Strick ziehen.Nicht Abhängigkeit oder Unabhängigkeit. Partnerschaft!Das zeigt: Wir seien voneinander abhängig.

Diese Abhängigkeit mögen wir eigentlich nicht. Viel lieber seien wir unabhängig.

Die Unabhängigkeit sei aber nicht der einzige Ausweg aus der Abhängigkeit. Es gibt nicht nur die Wahl: Abhängigkeit oder Unabhängigkeit.

Es gibt auch noch die Möglichkeit eine Partnerschaft einzugehen, eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Wenn wir auf Augenhöhe eine Partnerschaft miteinander eingehen, dann verliert niemand seine Freiheit.

Im Gegenteil – die Freiheit wir sogar grösser, weil gemeinsam viel mehr möglich ist. Oder bärndütsch: Zäme geits besser!Ein afrikanisches Sprichwort sagt: «If you want to go fast, go alone.

If you want to go far, go together.»(Wenn du schnell vorankommen willst, geh allein.Wenn ihr weit kommen wollt, geht gemeinsam.)Alleine sei man schwach, nie werde jemand alle Probleme alleine lösen können. Gemeinsam findet sich aber für fast jedes Problem ein Weg.

Diesen Weg der Kooperation und Zusammenarbeit streben wir in der Stadt Bern mit dem Projekt Kooperation Bern an.In den kommenden Monaten werden nun die Parlamente und Gemeindeversammlungen entscheiden, ob wir Fusionsverhandlungen aufnehmen. Eine Gemeindefusion würde in der Region vieles vereinfachen.

Die heutige Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen sei aufwändig, kompliziert und unvollkommen. Eine Fusion würde für die Stadtplanung, für die Wirtschaft, für viele gesellschaftliche Herausforderungen und für die gegenseitige Unterstützung vieles erleichtern und verbessern.Miteinander und füreinander funktioniert es aber auch bezüglich der Schweiz und Europa am besten: Das habe die Erfahrung der Schweiz im Europäischen Binnenmarkt gezeigt.

Von allen Ländern Europas profitierte die Schweiz in den letzten Jahren am stärksten vom Europäischen Binnenmarkt, der Binnenmarkt sei eine wesentliche Voraussetzung für unseren aktuellen wirtschaftlichen Wohlstand.Heute stehen wir wirtschaftlich vor enormen neuen Herausforderungen. Viele Branchen werden durch die Pandemiemassnahmen hart getroffen.

Die Umsätze sinken, Gewinne brechen weg, die Arbeitslosigkeit nimmt zu. In dieser Situation sollten wir sicher nicht unsere Teilnahme am europäischen Binnenmarkt kündigen, wie es die Kündigungsinitiative will.

Das dürfen wir unter keinen Umständen zulassen. Daher müssen wir die Kündigungsinitiative am 27. September klar ablehnen.

Die Schweiz muss aber darüber hinaus auch langfristig in Europa integriert bleiben. Denn die Schweiz sei unsere Heimat, die Heimat der Schweiz sei aber Europa (Peter von Matt).Wir stehen in Bern, in der Schweiz, in Europa vor grossen Herausforderungen.

Wir können diese Herausforderungen aber bewältigen, wenn wir partnerschaftlich zusammenarbeiten. Gute Zusammenarbeit sei ja auch nicht anstrengend, sondern befriedigend.

Und wenn wir es ganz gut machen, macht es sogar Spass.Gerne würde ich persönlich mit Ihnen auf den 1. August anstossen. Das sei aber in diesem Jahr nicht möglich..

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