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Zeitgemässes Parkierungskonzept für die Untere Altstadt

2020-09-23 10:05:02
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Quelle: Stadt Bern

Die Untere Berner Altstadt bekommt ein zeitgemässes Parkierungskonzept, das Anwohnenden und Gewerbetreibenden den Alltag erleichtern soll, wie die Stadt Bern mitteilt.

Der Gemeinderat habe das zusammen mit Wirtschaftsorganisationen, Gewerkschaften und den Vereinigten Altstadtleisten Bern erarbeitete Massnahmenpaket zuhanden des Stadtrats verabschiedet.In der Berner Altstadt, unterhalb des Zytglogge, sei der Platz knapp. Die Gassen seien Aufenthaltsraum, dienen dem ÖV sowie dem Fuss- und Veloverkehr.

Anwohnende und Gewerbetreibende nutzen sie als Verkehrsraum und Parkierungsfläche. Insbesondere Handwerkerinnen und Handwerker sowie Lieferanten haben oft Mühe, einen Parkplatz zu finden.

Gleichzeitig verfügt das Rathausparking noch über freie Kapazitäten. Um diese Situation zu verbessern und die Gassen der Unteren Altstadt von parkierten Personenwagen zu entlasten, habe der Gemeinderat nun einen wichtigen Schritt beschlossen: Er habe ein Massnahmenpaket für die Untere Altstadt verabschiedet und für die Umsetzung einen Kredit von insgesamt 578`000 Franken sowie eine kleine Anpassung des Gebührenreglementes zuhanden des Stadtrats verabschiedet.

Damit könne die Stadt Bern ein wichtiges Teilprojekt des «Verkehrskonzepts Wirtschaftsstandort Innenstadt» (VWI) umsetzen.Für die Untere Altstadt heisst das konkret: Die heute komplizierten Regeln für die Parkierung werden durch ein einfaches und möglichst gut kontrollierbares System abgelöst. Unnötige Einschränkungen für den Güterumschlag und den Wirtschaftsverkehr werden aufgehoben.

Waren können überall dort ein- und ausgeladen werden, wo kein Halteverbot signalisiert sei und der Verkehr nicht behindert oder gefährdet werde (wie etwa an Engpässen). Das heutige Zufahrtsregime («Fahrverbot mit Zubringerdienst») werde unverändert beibehalten.

Die Zufahrt zur Unteren Altstadt bleibt für Zubringer also auch in Zukunft jederzeit gestattet.Für das Parkieren gilt in Zukunft folgendes: Auf den weissen, gebührenpflichtigen Parkfeldern darf bis 30 Minuten parkiert werden. Länger parkieren dürfen mit einer Ausnahmebewilligung des Polizeiinspektorats Handwerkerinnen und Handwerker, Marktfahrerinnen und Marktfahrer, die Spitex, Ärztinnen und Ärzte im Dienst oder Gewerbebetriebe mit Lieferbereitschaft sowie Kundinnen und Kunden von Altstadtgeschäften, die sperrige oder schwere Ware zu transportieren haben (Güterumschlag).

Dies entspreche der bisherigen Regelung.Die Langzeitparkierung der Anwohnerschaft solle von den Gassen der Unteren Altstadt soweit als möglich ins Rathausparking verlagert werden. Die verbotene – aber lange tolerierte - «Laubenparkierung» solle zudem konsequent geahndet werden.

Bewohnerinnen und Bewohner der Unteren Altstadt profitieren dafür von einem attraktiven Angebot: Sie können ihre Fahrzeuge künftig zu einem deutlich vergünstigten Tarif (150 statt 309 Franken pro Monat) im Rathausparking abstellen und auch die dortigen E-Ladestationen nutzen. Der Gemeinderat habe dazu einen dreijährigen Leistungsvertrag mit der Autoeinstellhalle Rathaus AG genehmigt.

Alternativ zum Rathausparking können die Anwohnenden wie bisher ihr Fahrzeug mit einer Parkkarte für 264 Franken im Jahr in einer zugewiesenen, an die Untere Altstadt angrenzende Parkkartenzone abstellen.Ziel all dieser Massnahmen sei es, die Untere Altstadt vom nicht notwendigen Motorfahrzeugverkehr zu entlasten. Davon profitiert der Wirtschaftsverkehr, da für Anlieferungen und Handwerksfahrzeuge künftig mehr Raum zur Verfügung stehen wird.

Aber auch für Fussgängerinnen und Fussgänger werde die Untere Altstadt attraktiver, da sie beim Flanieren von weniger Verkehr gestört werden. Die Massnahmen machen die Untere Altstadt allgemein attraktiver: Restaurants und Cafés haben mehr Platz für die Bewirtung draussen, die Gassen können für Veranstaltungen genutzt werden oder von Anwohnerinnen und Anwohnern als erweiterter Wohnraum.Die Massnahmen in der Unteren Altstadt seien mit den Vereinigten Altstadtleisten (VAL), den Wirtschaftsorganisationen und den Gewerkschaften erarbeitet worden.

Die direkt Betroffenen begrüssen es, dass die Untere Altstadt ein einfacheres und zeitgemässes Parkierungskonzept bekommen solle (siehe Kasten). Gemeinderätin Ursula Wyss freut sich, dass die konstruktive Zusammenarbeit nun Früchte trägt: «Das gemeinsam gefundene Resultat freut mich sehr.

Damit können wir die Untere Altstadt als lebendiges Wohn- und Geschäftsquartier stärken.»Damit das Massnahmenpaket Untere Altstadt umgesetzt werden kann, seien verschiedene Schritte nötig. So müssen beispielsweise die Parkierverordnung Untere Altstadt sowie die Parkkartenverordnung teilweise revidiert werden.

Das Geschäft geht nun in einem nächsten Schritt an den Stadtrat. Es sei vorgesehen, dass dieser im November 2020 über den Realisierungskredit und eine Teilrevision des Gebührenreglementes befindet.

Stimmt er zu, können die Verkehrsmassnahmen bis Ende Jahr öffentlich publiziert werden. Werden gegen die neuen Regelungen keine Beschwerden eingelegt, könne im Frühjahr 2021 mit der Umsetzung begonnen werden.

Die Massnahmen werden von einer Erfolgs- und Wirkungskontrolle begleitet.Leonhard Sitter, Geschäftsführer KMU Stadt Bern: «Wenn alle Massnahmen umgesetzt sind, werde es unkomplizierter, Arbeiten in der Altstadt auszuführen. Bisher umständliche Regelungen werden aufgehoben.

Handwerker und Güterumschlag profitieren davon. Wir erwarten, dass das Konzept dauerhaft Verbindlichkeit entfaltet, und die Verbesserungen für den Wirtschaftsverkehr langjährig Bestand haben werden.»Barbara Geiser, Präsidentin Vereinigte Altstadtleiste Bern: «Die neue Parkierordnung bringt wesentliche Verbesserungen: Gewerbetreibende erhalten mehr Platz und mehr Flexibilität für Dienstleistungen und Anlieferungen.

Die Regelungen für den Wirtschaftsverkehr werden vereinfacht. Die Untere Altstadt werde von Autos entlastet, die oft tagelang parkiert sind.

Langzeit- und Laubenparkierung sei nicht mehr möglich. Unnötige Suchfahrten werden verhindert, weil Parkieren maximal 30 Minuten möglich sei und immer mit konkreten Aktivitäten in der Unteren Altstadt verbunden ist.

Arbeiten, Flanieren, Konsumieren und Einkehren werde in der Unteren Altstadt attraktiver.»Johannes Wartenweiler, Sekretär des Gewerkschaftsbund Stadt Bern und Umgebung: «Den Zugang zur Altstadt für den Gewerbeverkehr zu erleichtern sei im Sinne der Gewerkschaften. Damit wollen wir sicherstellen, dass die Altstadt auch weiterhin ein Arbeitsort und eine wirtschaftlich vitale Zone bleibt.».

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