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Regional

Wirtschaft und Stadt wollen Abfall gemeinsam reduzieren

2020-11-19 05:05:02
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Quelle: Stadt Bern

Mit einem neuen Instrument sagen Wirtschaft und Stadt dem Abfall im öffentlichen Raum den Kampf an: Mit einem Beitritt zur Sauberkeits-Charta verpflichten sich Unternehmen freiwillig, weniger Abfall in Umlauf zu bringen, die korrekte Trennung zu fördern oder die Reinigung des öffentlichen Raums zu unterstützen, wie die Stadt Bern schildert.

Der Gemeinderat befürwortet die Sauberkeits-Charta und unterbreitet dem Stadtrat eine entsprechende Vorlage.BERNcity und die Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün (TVS) haben in den letzten Monaten unter Federführung der Innenstadtorganisation ein Instrument entwickelt, mit dem Abfall im öffentlichen Raum verringert werden soll: die Sauberkeits-Charta. Alle Grossverteiler sowie zahlreiche Detailhändler, Gastrobetriebe, Hotels und Eventveranstalter unterstützen die Sauberkeits-Charta (siehe Kasten).

Sie alle verpflichten sich damit freiwillig, Abfall zu verringern oder beispielsweise durch Mehrweggeschirr möglichst zu vermeiden.Die Idee einer Sauberkeits-Charta wurde von BERNcity lanciert ­- als Alternative für den ursprünglich von der Stadt geplanten Sauberkeitsrappen. Diese Lenkungsabgabe war beim Gewerbe und national tätigen Branchenorganisationen auf grossen Widerstand gestossen.

«Die nun vorliegende Sauberkeits-Charta haben die betroffenen Branchen selber entwickelt. Dementsprechend zähle ich auf eine breite und langfristige Unterstützung der Massnahmen», sagt Gemeinderätin Ursula Wyss, Direktorin der TVS.

Der Gemeinderat habe die Sauberkeits-Charta geprüft und sei zuversichtlich, dass damit vergleichbare Ziele erreicht werden können, wie sie mit dem Sauberkeitsrappen angestrebt wurden.  «Die Sauberkeits-Charta sei ein Gemeinschaftswerk von Wirtschaft und Stadt. Ein gemeinsamer Ansatz, um ein gesellschaftliches Problem zu lösen», sagt Sven Gubler, Direktor von BERNcity.

Die Ziele, welche sich die beteiligten Unternehmen gesetzt hätten, seien klar und vor allem messbar. So muss zum Beispiel die Abfallmenge in öffentlichen Abfallbehältern bis 2025 sinken oder zumindest stagnieren.

Weiter sei in der Charta festgehalten, dass in der gleichen Zeitspanne der Aufwand der städtischen Reinigungsdienste abnehmen soll. Deutlich zunehmen solle dafür die Anzahl der Betriebe, welche sich freiwillig an die Regeln der Sauberkeits-Charta halten: Bis 2025 sollen 80 Prozent der Unternehmen aus den betroffenen Branchen in der Berner Innenstadt mitmachen.

Die Charta steht aber allen Betrieben in der Stadt Bern offen.Die Sauberkeits-Charta wurde unter der Federführung von BERNcity und mit Mitteln der beteiligten Unternehmen und Organisationen erarbeitet. Damit die Ziele der Charta erreicht werden können, müssen die unterzeichnenden Betriebe konkrete Massnahmen umsetzen.

Dazu wurde ein Katalog entwickelt, in dem sich mehr als 30 verschiedene Massnahmen aus den Bereichen Vermeidung von Abfall, stoffliche Verwertung, Reinigung des öffentlichen Raums und Sensibilisierung finden. Die Betriebe geben jährlich an, welche Massnahmen sie konkret umsetzen.

Ein Beispiel: Verkauft ein Take-away-Anbieter Menus in Mehrweg-Behältern zu vergünstigten Preisen, verringert das die Menge des Abfalls. Möglich sei auch, dass ein Betrieb eine «Raumpatenschaft» eingeht, also den Strassenzug oder Platz selber sauber hält und so die städtischen Reinigungsdienste entlastet.

«Die Sauberkeits-Charta lasse viel Raum für Eigeninitiative. Der Massnahmenkatalog solle laufend mit guten Ideen ergänzt werden können, die alle das gleiche Ziel verfolgen: weniger Abfall zu produzieren», sagt Sven Gubler, Direktor von BERNcity.Stimmt der Stadtrat dem Vorgehen mit der Sauberkeits-Charta zu, tritt eine entsprechende Vereinbarung zwischen BERNcity und der Direktion TVS in Kraft, die vorerst für fünf Jahre gilt.

Nach dieser ersten Phase solle Bilanz über die Wirksamkeit der Charta gezogen werden. Wird die erhoffte Wirkung nicht erzielt oder stimmt der Stadtrat der vorgeschlagenen Lösung mit der Sauberkeits-Charta nicht zu, werde die Stadt auf das Instrument des Sauberkeitsrappens zurückgreifen..

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