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«Digitale und soziale Kompetenzen gewinnen in allen Berufsfeldern an Bedeutung»

«Digitale und soziale Kompetenzen gewinnen in allen Berufsfeldern an Bedeutung»
«Digitale und soziale Kompetenzen gewinnen in allen Berufsfeldern an Bedeutung» (Bild: Avenir Suisse)

2021-02-25 17:20:17
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Quelle: Avenir Suisse

Ein Gespräch mit Corinne Scheiber vom Stellenvermittler Adecco Group über die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt 4.0 und die zentrale Bedeutung des lebenslangen Lernens, wie Avenir Suisse ausführt.

Ein Gespräch mit Corinne Scheiber vom Stellenvermittler Adecco Group über die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt 4.0 und die zentrale Bedeutung des lebenslangen Lernens. Immer mehr ältere Menschen gehen in Pension und weniger Junge rücken nach.

Die Nachfrage nach jungen, motivierten Fachkräften sei hoch. Die Marktfähigkeit oder Konkurrenzfähigkeit hängt jedoch nicht nur von der Ausbildung ab, sondern auch von den Sozialkompetenzen.Durch die Globalisierung sehen sich Schweizerinnen und Schweizer zunehmend mit ausländischen Stellensuchenden auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert.

Wer habe die besseren Karten?In vielen Berufen seien unsere Landessprachen nach wie vor wichtig. Wer mindestens zwei bis drei Sprachen beherrscht, habe schon mal gute Karten.

Aber auch unser duales Bildungssystem trägt dazu bei, dass die in der Wirtschaft dringend benötigten Profile ausgebildet werden. Die Konkurrenz und das Ausland schlafen natürlich nicht.

Es sei wichtig, dass jede und jeder sich konstant weiterbildet und seine digitalen Kompetenzen erhöht – unabhängig von Alter und Familienstatus. Schweizer Arbeitnehmende bilden sich in digitalen Kompetenzen nämlich gemäss unserer kürzlich erhobenen Studie zu wenig weiter (19 % vs.

39 % global).Digitale und soziale Kompetenzen gewinnen in allen Berufsfeldern und Tätigkeiten an Bedeutung. Soziale Kompetenzen können (noch) nicht von Computern ersetzt werden.

Entscheidend seien Qualitäten wie Kreativität, emotionale Intelligenz und Teamfähigkeit. Wer ausserdem «out of the box» denkt, das heisst ausserhalb von Konventionen und Standards, habe einen klaren Vorteil gegenüber Mitbewerbern.Insbesondere administrative und manuelle Arbeiten werden zunehmend automatisiert.

Analysen des Bundesamts für Statistik zeigen auf, dass vor allem mittlere Qualifikationen davon betroffen seien und die Nachfrage nach ihnen sinkt. Zusammen mit Digital Switzerland haben wir aus diesem Grund eine Absichtserklärung lanciert und fordern alle Unternehmen auf, sich wirksam und nachhaltig für lebenslanges Lernen einzusetzen.Laut der kürzlich durchgeführten Umfrage «C The Future» mit 5000 Personen der Generation Z kommen in der Ausbildung folgende Punkte zu kurz: effizientes Projektmanagement, auf Daten basierende Entscheidungsfindung, Verhandlungsgeschick und komplexe Problemlösung.

Ausserdem wünschten sich die Befragten, besser auf kulturelle und generationengetriebene Unterschiede vorbereitet zu werden. Um auch in Zukunft fit für den Arbeitsmarkt zu bleiben, müssen wir schneller neue Ausbildungen schaffen und als Unternehmen auch Kurse ohne eidgenössisches Zertifikat gutheissen, denn oftmals seien dies die entscheidenden «Vorreiter» in Sachen Aus- und Weiterbildung.Der duale Bildungsweg habe das Schweizer Bildungssystem lange ausgezeichnet.

Wie sieht die Zukunft diesbezüglich aus: Wird eine Lehre weiterhin reichen, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können?Das duale Bildungssystem der Schweiz sei ein Erfolgsmodell, um das uns unsere Nachbarn oft beneiden. Es sorgt für eine tiefe Arbeitslosenquote, weil genau diejenigen Profile ausgebildet werden, die aktuell nachgefragt werden.

Eine Lehre ermöglicht es Jugendlichen, sich nach Abschluss schnell und vor allem dauerhaft in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Es braucht aber in jeder Position eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung.

Auch in der zuvor erwähnten «C The Future»-Umfrage kam zum Ausdruck, dass Geschäftsführer der Zukunft nicht zwingend einen Universitätsabschluss, sondern vielmehr das richtige Mass an Soft Skills wie Neugierde, Lernagilität und Anpassungsfähigkeit mitbringen sollten. Auch gehen die «Generation-Z-ler» davon aus, dass weniger traditionelle Ausbildungen wie Onlinekurse und Bootcamps an Popularität gewinnen werden.Im Bereich Event und Catering arbeiten wir bereits jetzt mit unserer digitalen Rekrutierungsplattform und der dazugehörenden App «Adia».

Wir setzen die App auch für andere Temporärjobs ein, bei denen es keine lange Einarbeitungszeit benötigt. Was Festanstellungen und Fachkräfte angeht, so können Maschinen die Menschen noch nicht zu 100 % ersetzen, leisten aber bereits gute Vorarbeit.

Persönlichkeitstests, Gamification-Persönlichkeitsprofile und Video Interviews erhöhen die Vergleichbarkeit dank einheitlichen Fragen und führen zu mehr Transparenz.Digitale und soziale Kompetenzen seien sehr gefragt. Auch Sprachkenntnisse und internationale Erfahrungen spielen eine zunehmend wichtige Rolle.Die Zukunft der Arbeit werde von verschiedensten Faktoren bestimmt.

Zweifelsohne spielt die Technologie eine entscheidende Rolle. Durch den technologischen Fortschritt werden viele Berufe stark verändert oder sogar abgelöst werden.

Gemäss Bundesamt für Statistik entstanden in den letzten 25 Jahren in der Schweiz beinahe 950 000 Stellen, wobei im Industriesektor fast 140 000 abgebaut und im Dienstleistungssektor um die 1,1 Millionen Stellen aufgebaut wurden. Es werde geschätzt, dass sechs von zehn Berufseinsteigern im Jahr 2025 in Berufen arbeiten werden, die es heute noch gar nicht gibt.

Um diese neuen Jobs ausführen zu können, werde man Fähigkeiten brauchen, die es heute so vielleicht ebenfalls noch nicht gibt. Studien sagen voraus, dass besonders in den Branchen IT, Industrie und Gesundheit viel Potenzial liegt.

Deshalb: Ja, Programmieren habe bestimmt Zukunft, aber Leute mit einer medizinischen Ausbildung haben beispielsweise auch sehr gute Aussichten angesichts des demografischen Wandels. Es sei sicher auch eine gute Idee, auf Jobs zu setzen, bei denen sich menschliche Arbeitskraft nur geringfügig durch Roboter ersetzen lässt.

Solche wären typischerweise Ärzte und Pflegepersonal, Raumplaner, Elektronikingenieure, Softwareentwickler oder Ingenieurwissenschafter.Es werde weiterhin beides brauchen. Projektbezogene Einsätze werden immer häufiger, während der Job fürs ganze Leben langsam verschwindet.

Voraussetzung dafür sei jedoch, dass man Experte auf seinem Fachgebiet sei und stets auf dem neusten Stand ist. Dies bedingt eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung.

Den Blick fürs Ganze darf man trotzdem nicht verlieren.Salomè Vogt sei Leiterin Avenir Jeunesse und arbeitet seit Mai 2015 bei Avenir Suisse. Zuvor war sie als Mitarbeiterin bei Travelhouse sowie Almog GmbH und als Volontärin beim Schweizerischen Jugendrotkreuz tätig.

Ihr Studium an der Universität Zürich schloss sie mit einem Master in Politikwissenschaften und den Nebenfächern Recht sowie Gender Studies ab. Avenir Jeunesse «Predictive Policing» könne Beamte entlasten, birgt jedoch auch Risiken.

Avenir Jeunesse Avenir Jeunesse Event Eine Diskussion über die Zukunft der Arbeit. .

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