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Natur braucht Stadt: Themenjahr soll Biodiversität fördern

  • Natur braucht Stadt: Themenjahr soll Biodiversität fördern
    Natur braucht Stadt: Themenjahr soll Biodiversität fördern (Bild: Stadt Bern)
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    Natur braucht Stadt: Themenjahr soll Biodiversität fördern (Bild: Stadt Bern)
2021-04-23 11:05:03
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Quelle: Stadt Bern

Im Siedlungsraum gibt es viel Potenzial, dem Biodiversitätsverlust entgegenzuwirken, wie die Stadt Bern schildert.

Stadtgrün Bern und der Botanische Garten der Universität Bern (BOGA) führen deshalb von Ende April bis Ende Oktober mit Unterstützung von zahlreichen Organisationen und städtischen Ämtern das Themenjahr «Natur braucht Stadt – Mehr Biodiversität in Bern» durch. Vielfältige Aktivitäten und Praxishilfen sollen möglichst viele Bernerinnen und Berner motivieren, naturnahe Lebensräume anzulegen.Das Insektensterben, bedrohte Wildpflanzen und der Rückgang des Singvogelbestandes, all diese Nachrichten schrecken viele Menschen auf.

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger erkundigen sich bei der Fachstelle Natur und Ökologie von Stadtgrün Bern, was sie tun können, um diese Tendenz aufzuhalten. Mittlerweile sei klar: Seit Jahren schreitet der Biodiversitätsverlust nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit rasant fort und viele Arten gehen für immer verloren.

«Die Biodiversität in der Stadt, die erheblich zur gesamten Biodiversität beiträgt, sei stark unter Druck. Ihre Förderung sei zudem sehr wichtig, weil die meisten Menschen Natur im Alltag vor allem als Stadtnatur erfahren», sagt Markus Fischer, Direktor des BOGA.Je mehr Menschen sich daher engagieren und zusätzliche naturnahe Flächen schaffen, desto besser für die Artenvielfalt.

Ein eigener Garten sei dabei zwar hilfreich, aber nicht nötig. Artenvielfalt lasse sich auf jedem Fenstersims, Balkon und auf jeder Aussenfläche fördern, ob auf dem Boden, an Wänden oder auf dem Dach.

Wer sich engagieren möchte, habe jedoch oft nach kurzer Zeit viele konkrete Fragen: Welche Massnahmen eignen sich für mich? Habe ich genügend Platz? Kann ich den gewünschten Lebensraum selbst anlegen und pflegen oder muss das ein professioneller Gartenbaubetrieb machen? Und wieviel kostet das?Das Themenjahr «Natur braucht Stadt – Mehr Biodiversität in Bern» bietet von Ende April bis Ende Oktober 2021 eine breite Palette an Praxishilfen und Aktivitäten: Sieben Stadtspaziergänge zu naturnahen Lebensräumen, ein breitgefächertes Ausstellungs- und Rahmenprogramm sowie einen interaktiven Stadtplan. Die Sonderausstellung «Von Nischen und Königreichen» im BOGA zeigt Kleinstrukturen und Nisthilfen und bietet hilfreiche Tipps für die Umsetzung zu Hause.

Welche Tierarten in Bern vorkommen und gefördert werden können, könne man im Naturhistorischen Museum und im Tierpark erfahren, alle standortheimischen Sträucher seien in der Parkanlage Elfenau ausgestellt.Das ausführliche Praxishandbuch «Natur braucht Stadt – Mehr Biodiversität in Bern» dient als Grundlage für alle, die selbst einen naturnahen Lebensraum schaffen möchten. «Viele Leute möchten die Biodiversität erhalten und fördern», sagt Marieke Kruit, Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün, «wir wollen der interessierten Bevölkerung die Möglichkeit geben, selber aktiv zu werden».

Neu gibt es eine Auszeichnung für naturnahe Gärten, für die man sich bei der Stadt bewerben kann. Mit der Mitmach-Aktion KlimaBalkon ruft das Amt für Umweltschutz ausserdem dazu auf, Balkone mit einheimischen Pflanzen zu begrünen und damit etwas gegen die Auswirkungen des Klimawandels in der Stadt zu tun.

Die Abkehr vom Raubbau an der Natur bedingt auch einen Kulturwandel: Drei Kunstprojekte im öffentlichen Raum nähern sich dem Thema aus ungewohnter Perspektive. Eine Übersicht über das Themenjahr gibt es auf www.bern.ch/naturbrauchtstadt. Die Stadt Bern und der BOGA setzen sich seit Jahren dafür ein, den Biodiversitätsverlust aufzuhalten.

Bern habe seit 2012 als erste Schweizer Stadt ein Biodiversitätskonzept. Wo es möglich ist, schafft Stadtgrün Bern in den öffentlichen Grünräumen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere und pflegt diese fachgerecht: Neue Wildhecken, neue Teiche, Blumenwiesen oder «wildes Grün» entlang der Strassen seien Beispiele dafür.

Die Ziele des Konzepts werden darüber hinaus in allen städtischen Planungen und Projekten berücksichtigt. «Vieles deutet darauf hin, dass sich der Anteil naturnaher Lebensräume in den vergangenen acht Jahren erhöht hat», hält Marieke Kruit fest, «aber wir haben das Ziel noch längst nicht erreicht».Der BOGA macht mit seinen Ausstellungen, Führungen, Lesungen und weiteren Aktivitäten auf die Gefährdung der Biodiversität aufmerksam, vermittelt ihre wertvolle Bedeutung für den Menschen und zeigt Möglichkeiten der Biodiversitätsförderung auf (www.boga.unibe.ch). Auch die Universität Bern setzt in ihrer Forschung und Lehre einen Schwerpunkt im Bereich der Nachhaltigkeit.

Doch die Anstrengung öffentlicher Stellen allein reichen nicht aus. Markus Fischer, Direktor des BOGA: «Sie dienen als Multiplikatoren, um das Engagement möglichst vieler Einzelner anzuregen und um konkrete Handlungsbeispiele aufzuzeigen.

Es sei sehr vielversprechend, dass wir das im Themenjahr gemeinsam und langfristig angehen».Städte haben eine wichtige Bedeutung als Lebensraum für einheimische Pflanzen und Tiere. Ein Blick in die schweizerischen Flora- und Fauna-Datenbanken zeigt, dass 67 Prozent der Tierarten und 45 Prozent der einheimischen Wildpflanzen im Siedlungsgebiet vorkommen.

Die Siedlungsfläche allein werde nicht ausreichen, um gefährdete Arten zu erhalten. Doch von den städtischen Lebensräumen ausgehend, könnten sich die Arten eine wieder lebensfreundlicher gewordene Landschaft zurückerobern.

Aber auch in den Städten sei die Vielfalt der Pflanzen- und Tierarten und der Lebensräume bedroht. Die Verdichtung der Siedlungsgebiete muss daher gleichzeitig mit Biodiversitätsfördermassnahmen vorgenommen und die zunehmende Versiegelung der Böden verhindert werden..

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