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Hochwasser - Übersicht über die aktuelle Lage am 17.7.2021

Aare überläuft mir m Eichholz.
Aare überläuft mir m Eichholz. (Bild: Beat Rüdt)

2021-07-17 16:05:03
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Quelle: Kanton Bern

Die Pegel der Seen haben voraussichtlich ihren Maximalstand erreicht, wie der Kanton Bern ausführt.

Sie werden jedoch nur langsam sinken und die Abflussmengen der Aare unterhalb der Seen bleiben hoch. Die Hochwassersituation bleibt daher weiterhin angespannt.

Es sei grösste Vorsicht geboten. Die Bevölkerung werde aufgerufen, die vom Hochwasser betroffenen Gebiete zu meiden.Am Abend und in der Nacht auf Sonntag seien noch kurzlebige Schauer wahrscheinlich.

Diese Schauer können lokal intensiv und ergiebig sein. Ab Sonntag setzt sich trockeneres Wetter durch.Die Pegel der Seen haben den Maximalstand erreicht.

Die Seepegel werden jedoch nur langsam sinken. Die Abflussmengen der Aare unterhalb der Seen bleiben hoch.Brienzersee Der Seepegel habe am Freitagabend ein Maximum von 565.20 m ü.M.

erreicht. Dieser Wert liegt 10 cm tiefer als die Hochwassergrenze.Thunersee Der Seepegel habe in der vergangenen Nacht ein Maximum von 558.75 m ü.M.

erreicht. Dieser Wert liegt 45 cm über der Hochwassergrenze, aber 50 cm tiefer als beim Hochwasser 2005.Bielersee Der Seepegel habe in der vergangenen Nacht ein Maximum von 430.94 m ü.M.

erreicht. Dieser Wert liegt 59 cm über der Hochwassergrenze und liegt im Bereich des Hochwassers 2007.Aare – Bern Der gemessene Maximalabfluss trat am Freitag mit 562 m3/s auf.

Dieser Wert liegt rund 50 m3/s tiefer als 1999.Auf Antrag des Regulierdienstes des Kantons Bern haben die Vertreter der betroffenen Kantone Waadt, Freiburg, Neuenburg, Bern, Solothurn, Aargau zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) gestern Freitag (16.07.2021) gemeinsam beschlossen, den Abfluss der Aare aus dem Bielersee weiter zu erhöhen. So sollen die Pegel von Bieler-, Murten- und Neuenburgersee sinken, womit Raum für allfällige weitere Niederschläge geschaffen wird.

Es werde mehrere Wochen dauern, bis die für die Jahreszeit normalen Seepegel erreicht sind. Um dies zu beschleunigen, solle die Abflussmenge der Aare aus dem Bielersee beim Wehr Port weiter erhöht werden.Das Regulierreglement für die II.

Juragewässerkorrektion beschränkt die Abflussmenge aus dem Bielersee auf ein Maximum von 650 m3 pro Sekunde. Nun einigten sich die Partnerkantone und das BAFU auf eine temporäre Erhöhung der maximalen Abflussmenge beim Wehr Port auf 750 m3 pro Sekunde.

So sollen die Pegel des Bieler-, Neuenburger- und Murtensees rascher abgesenkt werden, um die Sicherheit der Anwohnerschaft zu erhöhen und Raum zu schaffen für allfällige weitere Niederschläge. Die Erhöhung werde schrittweise erfolgen.

Dabei werden die weiteren Niederschläge und die übrigen Zuflussmengen in die Aare unterhalb des Bielersees berücksichtigt. Das BAFU und die Kantone beobachten die Entwicklung genau.

Damit bleibt der Abfluss der Aare unterhalb des Bielersees in den kommenden Wochen sehr hoch. Zum Schutz der Unterliegerkantone werde der im Regulierreglement festgelegte maximale Aareabfluss bei Murgenthal (AG) von 850 m3 pro Sekunde berücksichtigt (sog.

Murgenthaler-Bedingung).Nach dem Hochwasser 2007 haben die beteiligten Kantone und das BAFU die Möglichkeit geschaffen, in ausserordentlichen Situationen gemeinsame Lagebesprechungen durchzuführen und im Einvernehmen vom gültigen Regulierreglement abzuweichen. Die Massnahme der temporären Erhöhung des zulässigen Abflusses beim Regulierwehr Port wurde gestern Freitag einvernehmlich getroffen.Passantinnen und Passanten, Schaulustige sowie Ausflüglerinnen und Ausflügler werden weiterhin aufgerufen, die vom Hochwasser betroffenen Gebiete sowie die Ufernähe zu meiden, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen oder die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit zu behindern.

Insbesondere die Rettungsachsen seien zwingend frei zu halten. Die Kantonspolizei Bern habe die präventive Präsenz an neuralgischen Orten in den vergangenen Tagen verstärkt.

Zudem befindet sich das gesamte Korps zur Bewältigung von möglichen weiteren Ereignissen sowie allfälligen Hilfeleistungen zu Gunsten der Bevölkerung sowie den Rettungsdiensten in erhöhter Alarmbereitschaft.Weiterhin koordinieren sieben Regionale Führungsorgane mit Teilstäben die Bewältigung der Folgen des Hochwassers in ihrem Gebiet. Entlang der Aare, rund um den Bielersee und im Berner Jura unterstützen inzwischen neun Zivilschutzorganisationen mit insgesamt mehr als 190 Schutzdienstleistenden die Behörden und die Feuerwehren, die mit total gegen 250 Angehörigen im Einsatz stehen.

Diese Einsätze laufen über das Wochenende weiter.Aufgrund der aktuellen Lage (Stand: 17.7.21, Mittag) seien einzelne Abschnitte von Kantonsstrassen gesperrt oder eingeschränkt befahrbar. Wegen Überflutung durch den Bielersee nach wie vor gesperrt sei die Kantonsstrasse Lüscherz – Vinelz.

Eine Umfahrung sei signalisiert. Auch die Umfahrungsstrasse von Kiesen in Richtung Jaberg bleibt wegen Grundwassereinbruch gesperrt.

Eine Umfahrung über Kirchdorf sei signalisiert. Weiterhin nur einspurig befahrbar seien die Kantonsstrassen Wattenwil – Burgistein und Homberg – Teuffenthal.

Die Kantonsstrasse zwischen Gunten und Merligen sei seit 17.7.21 05.30 Uhr wieder durchgehend offen, die Nachtsperrungen wurden aufgehoben.  .

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