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Neues Kunstmuseum und sanierte Plätze in der Oberen Altstadt

2021-07-19 09:05:03
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Quelle: Stadt Bern

Das Kunstmuseum Bern muss dringend saniert werden, wie die Stadt Bern ausführt.

Mit einem Ersatzneubau solle es zu einem Begegnungsort werden. Der Gemeinderat begrüsst die Pläne des Kunstmuseums und will die geplante Aufwertung der Hodlerstrasse sowie des Bären- und Waisenhausplatzes koordiniert mit der Erneuerung des Museums vorantreiben.

Die Stadtregierung und die Stiftung Kunstmuseum Bern haben Grundsatzbeschlüsse für die weitere Planung gefällt.Mit dem Projekt «Zukunft Kunstmuseum Bern» solle Bern ein modernes und attraktives Kunstmuseum erhalten. Die ebenfalls geplanten städtischen Projekte zur Aufwertung des Gebietes zwischen Bundeshaus und Hodlerstrasse bieten die Chance, den Stadtraum mit dem neuen Kunstmuseum in Verbindung zu setzen und damit die gesamte Obere Altstadt aufzuwerten.Der Gemeinderat habe beschlossen, die Hodlerstrasse abgestimmt auf den Museumsneubau aufzuwerten und die Neugestaltung des Bären- und Waisenhausplatzes koordiniert voranzutreiben.

Weiter habe er bekräftigt, das Gebäude an der Hodlerstrasse 6 dem Kunstmuseum zu übergeben. Der Stiftungsrat der Dachstiftung Kunstmuseum Bern-Zentrum Paul Klee habe seinerseits entschieden, auf Basis der Machbarkeitsstudie von 2019 und der erarbeiteten drei Lösungskonzepte einen Ersatzneubau mit einem Kostendach von 80 Millionen Franken zu realisieren.

Das gewählte Konzept sei sowohl nutzen- wie kostenoptimiert und ermöglicht unter Einbezug der Hodlerstrasse 6 eine neue städtebauliche Einbettung.  Dr. h.c.

mult. Hansjörg Wyss steht bereits seit langem in einem fruchtbaren Kontakt mit den Verantwortlichen des Kunstmuseums Bern.

Dank der von ihm gegründeten Stiftung GegenwART verfügt das Kunstmuseum über eine herausragende Sammlung zeitgenössischen Kunstschaffens. Für die Stiftung GegenwART und die zwei gescheiterten Projekte hatte Hansjörg Wyss bereits in der Vergangenheit total 20 Millionen Franken zur Verfügung gestellt.Für einen würdigen Neubau des Kunstmuseums Bern mit attraktiver Einbettung in den öffentlichen Raum habe Hansjörg Wyss eine grosszügige Mitfinanzierung zugesichert: 20 Millionen Franken gehen an das Neubauprojekt des Kunstmuseums Bern und fünf Millionen Franken an die Stadt Bern für die zukunftweisende Verkehrslösung an der Hodlerstrasse.

Weitere fünf Millionen Franken stellt Hansjörg Wyss dem Kunstmuseum Bern in Aussicht, wenn es weitere Privatmittel in der Höhe von 7,5 Millionen Franken für das neue Projekt des Kunstmuseums Bern gewinnen kann. Mit den nun gefassten Beschlüssen haben der Gemeinderat, der Stiftungsrat und Hansjörg Wyss gemeinsam die Basis für die nächsten Schritte gelegt.

Sobald die Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen sind, werden seitens Kunstmuseum Bern der internationale Architekturwettbewerb gestartet und seitens Stadt Bern die notwendigen Kredite für die Umsetzung der städtebaulichen Massnahmen beantragt.Hansjörg Wyss: «Ich freue mich, dass die Stadt Bern mit dem neuen Verkehrsregime und der Aufwertung der Hodlerstrasse wichtige Voraussetzungen für die Zukunftsperspektive des Kunstmuseums Bern schafft. Damit sei für mich die Grundlage gegeben, dass ich das Projekt ‹Zukunft Kunstmuseum Bern› sowie die Stadt Bern bei der Aufwertung der Hodlerstrasse wie in Aussicht gestellt unterstützen möchte.»Der Gemeinderat und die Stiftung Kunstmuseum Bern seien sehr dankbar für die grosszügige Unterstützung ihrer Projekte durch Hansjörg Wyss.

Mit einem koordinierten Vorgehen «wollen wir ein Ausrufezeichen für die pulsierende Haupt- und Museumsstadt Bern setzen», sagte Stadtpräsident Alec von Graffenried am Montag an der gemeinsamen Medienorientierung. «Ich freue mich, dass wir eine gute Ausgangslage für eine überzeugende Zukunftslösung geschaffen haben.» Der Stadtpräsident sei überzeugt, dass von diesem Generationenprojekt Stadt, Museum und Kanton profitieren werden.Für Jonathan Gimmel, Präsident der Dachstiftung Kunstmuseum Bern - Zentrum Paul Klee, seien die nun geschaffenen Rahmenbedingungen ein Meilenstein: «Ich bin überzeugt, dass wir nur gemeinsam den gordischen Knoten lösen können.» Die Grundsatzentscheide des Gemeinderats würden es dem Kunstmuseum ermöglichen, die weitere Planung an die Hand zu nehmen.

«Eingebettet im UNESCO Weltkulturerbe, zwischen Bundeshaus und Aarehang, solle das Kunstmuseum Bern zum Ausgangspunkt für ein einzigartiges Kunsterlebnis mit nationaler und internationaler Ausstrahlung werden», sagt Jonathan Gimmel.Die Pläne des Kunstmuseums passen zu den langfristigen Absichten der Stadt. «Mit der koordinierten Umsetzung der Aufwertung der Hodlerstrasse sowie der Neugestaltung von Bären- und Waisenhausplatz treffen wir gleich mehrere Fliegen auf einen Schlag», sagt Tiefbaudirektorin Marieke Kruit.

«Das neue Kunstmuseum erhält ein attraktives Umfeld, die zentralen Plätze der Obere Altstadt erfahren die längst fällige Auffrischung, und wir können langjährige politische Forderungen erfüllen», so Kruit weiter. Noch seien aber zahlreiche Abklärungen nötig.Der Bären- und Waisenhausplatz solle nach den Plänen des Gemeinderats auch in Zukunft breit genutzt werden können (Aufenthalt, Gastronomie, Markt, Veranstaltungen, Anlieferung).

Mit einer grossflächigen Pflästerung solle er ein attraktiveres Gesicht erhalten. Vorgesehen seien auch Massnahmen zur Verbesserung des Stadtklimas.

Als nächster Schritt werde der Gemeinderat dem Stadtrat einen Projektierungskredit vorlegen.An der Hodlerstrasse sei nach den Plänen des Gemeinderats ein Verkehrsregime mit temporärer Sperrung vorgesehen: Mit Ausnahme der Verkehrsspitzenzeiten am Morgen und am frühen Abend solle künftig nur noch Zubringerdienst gestattet sein (Anlieferungen, Notfalldienste, Strassenreinigung usw.). Eine ganztägige Sperrung habe sich als nicht vertretbar erwiesen, weil damit eine erhebliche Mehrbelastung des Nordquartiers verbunden wäre.

Die neue Verkehrslösung solle mit einer Reduktion der Strassenfläche, der Verlegung der Ausfahrt des Metroparkings in den Bereich der heutigen Parkhauseinfahrt sowie mit einer Aufwertung des Ausserraums kombiniert werden. Dies ermöglicht es, vor dem Kunstmuseum einen attraktiven Aussenraum zu schaffen.

Das Projekt werde in enger Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum, dem Metroparking, den Anrainern und dem Gewerbe im Detail ausgearbeitet. Als nächstes werde der Gemeinderat dem Stadtrat dazu einen Projektierungskredit unterbreiten.Weiter habe der Gemeinderat im Grundsatz beschlossen, dem Kunstmuseum das Gebäude Hodlerstrasse 6 im Baurecht abzugeben und die notwenigen Abklärungen in Auftrag gegeben.

Das sanierungsbedürftige Gebäude werde mit dem geplanten Auszug der Kantonspolizei ins neue Polizeizentrum frei und solle in den Architekturwettbewerb für das Projekt «Zukunft Kunstmuseum Bern» einbezogen werden.Der Stiftungsrat der Dachstiftung Kunstmuseum Bern – Zentrum Paul Klee habe auf Basis der Machbarkeitsstudie von 2019 und der erarbeiteten drei Lösungskonzepte eine Best-Variante bestimmt: Die «Variante 2 optimiert» sieht einen Ersatzneubau unter Einbezug des Gebäudes Hodlerstrasse 6 mit einem Kostendach von 80 Millionen Franken vor. Damit werden die Ausstellungsflächen fundamental aufgewertet, aber nur massvoll erweitert.

Gleichzeitig können die In-House-Depots entscheidend verbessert und neue Räume für die Kunstvermittlung geschaffen werden. Die Neugestaltung des Eingangsbereichs mit der Öffnung zur Stadt, mit hindernisfreiem Zugang, einem attraktiven gastronomischen Angebot sowie mit zusätzlichen Multifunktionsflächen schaffen ein neues Besuchserlebnis.Der Finanzierungsplan für das neue Kunstmuseum sieht vor, dass der Kanton Bern nur in der Höhe der ohnehin für die Sanierung anfallenden Kosten belastet werden soll.

Dieser Betrag liegt bei 40 Millionen Franken. Die weitere Finanzierung solle durch die in Aussicht gestellten Beiträge von Hansjörg Wyss (20 Millionen plus fünf Millionen als «matching» für mindestens 7,5 Millionen Franken von privaten Quellen) und Beiträgen Privater, Stiftungen und der Wirtschaft in der Höhe von insgesamt 15 Millionen Franken erfolgen.Mit diesem Plan zeigt sich Christine Häsler, Regierungsrätin und Vorsteherin der kantonalen Bildungs- und Kulturdirektion, sehr zufrieden: «In der derzeitigen Situation grössere Investitionsprojekte im Kulturbereich zu realisieren, sei für den Kanton Bern alleine nicht möglich.

Deshalb schätze ich die sorgfältige und vernünftige Vorgehensweise des Kunstmuseums Bern, das anstrebt, 50 Prozent der Baukosten durch Private zu finanzieren.»Das neue Kunstmuseum Bern solle eine nationale und internationale Stärkung des Kulturstandorts Bern bringen, von der sowohl das Museum, der Detailhandel wie auch die Gastronomie und Hotellerie profitieren. Dazu Nina Zimmer, Direktorin von Kunstmuseum Bern und Zentrum Paul Klee: «Die Besucher*innen können sich auf ein Kunstmuseum der Zukunft freuen, das durch offene und lichte Räumlichkeiten mehr Kunstgenuss ermöglichen wird.

Das neue Kunstmuseum werde einen offenen Rahmen bieten für Begegnung und Bildung, für Anregung und Kunsterlebnis». Das Projekt «Zukunft Kunstmuseum Bern» werde aber auch die Forschung stärken.

In den Bereichen Provenienzforschung und Restaurierung habe sich das Museum in den vergangenen Jahren eine starke Position erarbeitet. Vorgesehen seien ein Research Lab, neue Räumlichkeiten für die konservatorische Pflege der über 50‘000 Kunstwerke und ein so genannter Staging Room.

Hier erhalten die Museumsbesucher*innen einen Einblick in die Arbeit der Restaurator*innen.Zu den nächsten Planungsschritten für das neue Kunstmuseum gehört die Vorbereitung eines internationalen Architekturwettbewerbs für den geplanten Ersatzneubau. Das Kunstmuseum Bern habe eine umfassende Betriebskostenanalyse für den Neubau wie auch für den gesamten zukünftigen Betrieb erstellt.

Die Lancierung könne erfolgen, sobald die technischen Abklärungen zum Einbezug der Hodlerstrasse 6 abgeschlossen sind. Damit sei im Frühling 2022 zu rechnen.

Die Realisierung erfolgt zwischen 2026 und 2029 und sei auf die Bedürfnisse der Kantonspolizei abgestimmt, welche bis zu ihrem Umzug nach Niederwangen noch das Gebäude Hodlerstrasse 6 belegt. Durchführung internationaler Architekturwettbewerb Ersatzneubau Kunstmuseum ( inklusive Gebäude Hodlerstrasse 6).

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